Heisse Gefühle


Neulich stöberte ich beim Einkauf im Supermarkt mal wieder in der Zeitschriftenabteilung. Dabei stieß ich auf eine Frauenzeitschrift, die wohl bevorzugt „freche Frauenthemen“ aufgreift. Auf der Titelseite prangte der Hinweis auf ein Thema im Innenteil,der da lautete: „10 Wege, sich immer heiß zu fühlen“

Na toll, dachte ich mir, wissen die etwa nicht, wie unangenehm Hitzewallungen sein können? Besonders nachts. Da hab ich mich gerade so schön eingekuschelt, da wirds mir schon wieder zu warm. Also, Decke weggestrampelt. Und während ich vorne noch schwitze, fange ich hinten schon wieder an zu frieren. Her mit der Wärmflasche! Nein, ich glaube nicht, dass das erstrebenswert ist.

Es ist natürlich möglich, dass die Frauen in der Redaktion mit „Heiß“ eher „Sexy“ meinten. Dann will ich nichts gesagt haben. Über diese Zeiten bin ich längst hinaus. Obwohl…. Weiß man´s ?

Bin ja noch lernfähig


In meinem Alter noch etwas Neues zu lernen fällt manchmal ja doch schon etwas schwer. Ich arbeite da am liebsten nach dem „Wenn-Dann-Prinzip“.

So auch im Umgang mit dem Computer. Da klicke ich einfach mal auf alles, was sich anklicken lässt und schau mal, was dann passiert. Das kann allerdings auch schon mal in die Hose gehen. So wie neulich, als der Computer anders reagierte, als ich es wollte. Vor lauter Frust habe ich  die berühmten vier Worte mit den Anfangsbuchstaben l.m.a.A.in die Titelleiste der Suchmaschine eingetragen. Dachte ja nicht, dass es so eine Seite gibt, wollte ja nur meinen Unmut kundtun. Zu meinem großen Schrecken öffnete sich daraufhin eine Pornoseite. „Oh Gott, oh Gott,oh Gott, was hab ich da jetzt wieder angestellt? Schnell weg damit!

Jetzt hatte ich zwar die Seite geschlossen, aber in der Liste mit den zuletzt besuchten Seiten war die Adresse noch zu sehen. Was, wenn Sohnemann oder Göttergatte das sehen? Wie peinlich wäre das denn! Also schnell irgendwelche Adressen eingeben, möglichst harmlose, damit dann irgendwann diese blöde Pornoadresse aus der Liste verschwindet. Das war eine Arbeit!

Junge Atlethen


Neulich war ich wieder einmal shoppen im Kaufhaus meines Vertrauens. Dort wird so  häufig umgebaut und umgestaltet, dass man sich fast jedes Mal in den neuen Abteilungen verlaufen kann. Nichts ist mehr dort, wo es vorher war. Gerade hatte man sich eingeprägt, welche Wege man laufen und welche Rolltreppe man nehmen muss, um an sein Ziel zu kommen, da steht man, schwups, vor einer Baustelle.

Auf diese Weise entdeckte ich auch die neue Sportabteilung. Ich streifte durch die Gänge und blieb vor einer Glastür stehen.Über dieser Tür war ein Schild mit der Aufschrift „Junge Atlethen“.

„Schön“ dachte ich mir, „eigentlich könnte ich mir mal einen jungen Atlethen zulegen. Und wenn sie nicht zu teuer sind, auch zwei oder drei. Man weiß ja nie, wann man mal einen braucht. Und so ein kleiner Vorrat kann ja nicht schaden. Gerade jetzt, wo der Herbst kommt.“

Ich öffnete also in freudiger Erwartung die Glastür zum vermeintlichen Paradies. Doch wo ich erwartet hatte, einem wohlgeformten Body mit gestählten  Muskeln gegenüber zu stehen, sahen mich nur die starren Augen von  kindlichen Schaufensterpuppen an. Hier gab es weit und breit nur SPORTKLAMOTTEN FÜR KINDER! Täuschte ich mich, oder zuckte ein hämisches Grinsen über das Gesicht dieser Figuren? So , als ob sie sagen wollten:“ Na, da haben wir dich aber ganz schön reingelegt, was?“

Ich glaube, ich werde mich bei der Geschäftsleitung beschweren. So geht es ja nun nicht, dass die einem falsche Hoffnungen machen. Das ist Vortäuschung falscher Tatsachen.Ich bin sowas von enttäuscht. Kann man dafür eigentlich Schmerzensgeld verlangen?

Tierischer Besuch


Neulich wollte mein Göttergatte nach einem langen Fernsehabend schlafen gehen. Es war ein kühler Novemberabend.  Fröstelnd schug er die Bettdecke auf um sich in dem wohlig warmen Bett zur Ruhe zu legen. Nichts Böses ahnend wollte er gerade hineinschlüpfen, als er plötzlich ein braunes Etwas gewahrte. Vor Schreck rief er laut: „Aaaah“. Das Tierchen, ebenfalls nichts Böses ahnend und alle viere von sich gestreckt daliegend, bemerkte die plötzliche Helligkeit, blinzelte ein wenig und rief: Aaah, ich auch“ und verschwand in der unergründlichen Tiefe der Bettritze.

Angelockt von dem Geschrei wollte ich nachsehen, was los war. Mein  Göttergatte, den Schreck noch in den Knien, berichtete. Bei genauer Untersuchung des Bettes stellte ich fest, dass das arme Tierchen vor Schreck „in die Hose“ gemacht hatte, und zwar genau auf meiner Schlafstätte. „Nee, also, da schlaf ich garantiert nicht drin“

Und weil es schon so spät war und ich keine Lust hatte, das Bett neu zu beziehen und nach dem Tierchen zu suchen, wurde halt auf dem Sofa geschlafen. Das heißt: ICH habe auf dem Sofa geschlafen, mein Göttergatte nächtigte auf zusammengesuchten Kissen auf dem Fußboden. An Schlaf war da nicht wirklich zu denken.

Am nächsten Morgen hieß es, Betten auseinander bauen und Tierchen suchen. Dieses hatte es sich mittlerweile unter der Matratze gemütlich gemacht. Vor meinem Besenstiel flüchtend, lief es unter die Heizung und verbarrikadierte sich zwischen Wand und Heizkörper. Mittels einer Taschenlampe konnte ich sehen, wie es dort kauerte und mich mit seinen Knopfaugen groß anblickte.

Aber wie das Tier nun dazu bewegen die Wand hoch zu krabbeln und durch das extra geöffnete Fenster zu entschwinden? Mein Göttergatte hatte die rettende Idee: Ein Seil muss her. Gesagt, getan. Das Seil an der Heizung hinuntergelassen, auf dem Fußboden mit einem Stock etwas Krach gemacht und schon kletterte unser kleiner Besucher am Seil hoch. Es stellte sich auf das Fensterbrett, blickte sich noch einmal um und verschwand durch das Fenster auf das Dach. „Hätte sich ja auch ruhig mal bedanken können“ dachte ich so.

Unser nächtlicher Besucher war ein kleines Wieselmädchen. Wir gaben ihr den Namen Betty. Lag ja nahe.

Putzwahn


Was die Hormone doch so alles mit einem anstellen können…

Meine haben mir eingeredet, dass ich jetzt unbedingt mein Leben verändern sollte. Und was macht eine Frau, die ihr Leben verändern will und nicht weiss, wo damit anfangen? Sie putzt die Wohnung und räumt ihren Kleiderschrank auf. Meinen Kleiderschrank räume ich später auf, aber mit dem Putzen habe ich schon mal angefangen. Die Wohnung strahlt wie neu.  Die Türen, von denen ich dachte, sie könnten mal einen neuen Anstrich gebrauchen, sind wieder weiss wie frisch gefallener Schnee. Meine Güte, wie lange hatte ich die eigentlich nicht geputzt? Ist das wirklich schon so lange her?

Mein Putzwahn hat mich sogar dazu getrieben, das Straßenschild vor unserem Haus zu schrubben. Man konnte es ja kaum noch lesen. Was sollen denn da die Touristen denken, wenn sie hier vorbeischlendern?

Ich muss es dabei wohl ein  klein wenig übertrieben haben, denn die Schrift auf dem Schild war irgendwie nicht mehr so schwarz wie vorher. Ein schrecklicher Verdacht setzte sich in meinem Kopf fest. „Uups, war das etwa ich? Habe ich wirklich so dolle gewienert? Oh Weia“ Also schnell noch mal mit dem Lappen drüber, gucken, ob die Farbe noch mehr verblasst. Aber auch beim dritten und vierten Versuch änderte sich am Ergebnis nichts. Puuh, Glück gehabt. Also, mein Putzfimmel hat sich jetzt erstmal erledigt. Und morgen beantrage ich beim Bürgermeister ein neues Straßenschild.