Ausflug nach Helgoland


Schon vor Jahren hatte ich meinen Männern versprochen, sie auf ihre Lieblingsinsel Helgoland zu begleiten, obwohl ich eine Heidenpanik vor tiefem Wasser habe. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass ich auch nicht schwimmen kann. Wasser ist einfach nicht so meins. Trotzdem wollte ich nun endlich mein Versprechen einhalten, allerdings nur als Tagestour und nicht als viertägigen Urlaub. So lange halte ich es nicht auf einer Insel aus. Auf Inseln fühle ich mich immer irgendwie meiner Freiheit beraubt. Ich brauche das Gefühl, jederzeit wieder abhauen zu können, und das kann man auf einer Insel nun mal nicht, wenn nur einmal täglich ein Schiff von dort ablegt.

Nachdem mein Mann und mein Sohn mir jahrelang von der Schönheit der Insel vogeschwärmt hatten, wollte ich sie nun endlich auch mal selbst erleben. Beeindruckt war ich schon, vor allem von den roten Felsen, dem weiten Blick übers Meer und den Wasservögeln. Ja, es ist eine schöne Insel, mit vielen wunderschönen Fotomotiven.

Aber obwohl die Schokolade dort weitaus preiswerter ist als auf dem Festland, und trotzdem ich mich mit einem Luxusparfum für wenig Geld für meinen Mut belohnt habe, muss ich sagen: Es war ein schöner Ausflug, aber jedes Jahr muss ich das nicht haben.

 

Feierabend


Das warme Wasser aus der Dusche rieselt den Körper hinunter, das Duschgel mit  Citrusduft erfrischt die Sinne und aus dem Radio ertönen die „Easy Sounds“ von NDR 2. Genau das, was man  nach einem anstrengenden  Arbeitstag am Sonntag braucht. Dreizehn Stunden, von 10.00 bis 23.oo  im Laufschritt durch die Küche, nur unterbrochen von kurzen Pausen, um schnell mal an die frische Luft zu gehen und einen Kaffee im Stehen zu trinken.

Den ganzen Tag über fliegen mir Sätze um die Ohren , wie :

„Schälst du mal eben schnell den Spargel?“, „Machst du drei mal Eis mit Erdbeeren, zweimal mit Sahne, einmal ohne“  „Ist die Kaffeemaschine fertig?“ „Das Essen muss raus, lauf mal eben mit“  „Bier ist alle“  „Ich brauch noch Sauce nach“

Und dann ist endlich Feierabend, das Licht ist aus, die Türen abgeschlossen. Die Waschmaschine ist  programmiert, die schmutzige Tischwäsche steht zum Abholen bereit.

Jetzt gehört der Abend mir. Ich mache es mir mit alkoholfreiem Weizen und dem Herz- Schmerzfilm im Internet gemütlich.

Oh ja, ich liebe meinen Job.