Die gute alte Stulle


Wenn man  so durch die Fußgängerzone bummelt, kann es schon mal vorkommen, dass einem plötzlich der Magen knurrt. Dann macht man sich auf die Suche nach einem Bäcker, um dort etwas gegen den Hunger zu kaufen. So viele leckere, belegte Brötchen   und Sandwiches liegen dort und warten darauf, von uns verzehrt zu werden. Und mit was für tollen  Sachen diese belegt sind. Da gibt es Tomaten, Gurken, Käse oder Wurst, und das alles auf nur einem Brötchen. Gekrönt wird die Füllung noch von einer dicken Schicht Mayonaise.

Voller Vorfreude setzt man  sich mit seinem belegten Brötchen in der Hand auf die nächste Bank, um dort dann endlich genüsslich hineinzubeißen. Durch den massigen Belag ist das Brötchen so hoch geworden, dass man schon fast eine Maulsperre riskiert, wenn man hineinbeisst. Also lieber mal etwas flachdrücken, damit es in den Mund passt.  Das hätte man jetzt lieber nicht getan. Denn die Mayonaise  erweist sich nun als prima Gleitmiitel, die Füllung flutscht durch den Druck und getrieben von der Mayonaise  Richtung Boden. Allerdings nicht ohne vorher den Weg über die neue Hose genommen zu haben, wo jetzt ein großer Fettfleck  prangt. Hätte man gerade einen Spiegel zur Hand, könnte man jetzt ein herrlich dummes Gesicht sehen. Blöd, dass es das eigene  ist

Da lobe ich mir doch die gute, alte Stulle. Eine Scheibe Brot, etwas Butter, eine Scheibe Käse oder Wurst, das Ganze zusammengeklappt…. lecker.

Vollaromatisch


Neulich beim Frühstück enstand folgender Dialog:

ich: (zu meinem Mann) „Sag mal, bist du auf dem Weg zum Bäcker durch eine Pferdeweide gelaufen?“ Fragender Blick seinerseits. Er: „Nein, warum?“ „Hier riecht es so komisch, fast so wie damals, als ich den Pferden die Hufe ausgekratzt habe. So eine Mischung von Weiterlesen

Feierabend


Das warme Wasser aus der Dusche rieselt den Körper hinunter, das Duschgel mit  Citrusduft erfrischt die Sinne und aus dem Radio ertönen die „Easy Sounds“ von NDR 2. Genau das, was man  nach einem anstrengenden  Arbeitstag am Sonntag braucht. Dreizehn Stunden, von 10.00 bis 23.oo  im Laufschritt durch die Küche, nur unterbrochen von kurzen Pausen, um schnell mal an die frische Luft zu gehen und einen Kaffee im Stehen zu trinken.

Den ganzen Tag über fliegen mir Sätze um die Ohren , wie :

„Schälst du mal eben schnell den Spargel?“, „Machst du drei mal Eis mit Erdbeeren, zweimal mit Sahne, einmal ohne“  „Ist die Kaffeemaschine fertig?“ „Das Essen muss raus, lauf mal eben mit“  „Bier ist alle“  „Ich brauch noch Sauce nach“

Und dann ist endlich Feierabend, das Licht ist aus, die Türen abgeschlossen. Die Waschmaschine ist  programmiert, die schmutzige Tischwäsche steht zum Abholen bereit.

Jetzt gehört der Abend mir. Ich mache es mir mit alkoholfreiem Weizen und dem Herz- Schmerzfilm im Internet gemütlich.

Oh ja, ich liebe meinen Job.

Nicht mein Tag


Es gibt Tage, da sollte man einfach im Bett bleiben. Heute zum Beispiel war definitiv so ein Tag. Morgens auf dem Weg in die Kreisstadt blendet mich plötzlich ein rotes Licht. Schei….benkleister, schon wieder geblitzt. Kann ja teuer werden, mit hundert durch die siebziger Zone zu fahren. Nachdem ich nun den Tag mit mehr oder weniger kleinen Übeln überstanden hatte, freute ich mich auf das Essen beim Chinesen, froh, mal nicht selber in der Küche stehen zu müssen. Meistens gibt es bei uns ja Nudeln, weil die schnell zu kochen und gut mit verschiedenen Soßen zu kombinieren sind.  Aber heute wollte ich mal so richtig schönes Gemüse aus dem Wok essen und bestellte, wie immer, eine  buddhistische Fastenplatte, während meine Männer sich lieber etwas vom Buffet holen wollten.  Mein Essen wurde an den Tisch gebracht und voller Vorfreude wollte ich meinen Teller füllen. Tja,von wegen. Die Servicekraft hatte mich wohl falsch verstanden und mir irgendetwas anderes gebracht. Weil ich nicht noch einmal auf das Essen warten wollte, zumal mein Magen knurrte, dachte ich: „Egal, iss es enfach“ Bis ich sah, was ich da auf dem Teller hatte: NUDELN!!! Nicht schon wieder. Beim Blick auf die Teller meiner Männer kam richtig Futterneid auf.

Nun wollte ich wenigstens nach dem Essen einen Cappuccino trinken, um mich ein wenig zu trösten. Aber die freundiche Bedienung sagte: „Tut mil leid, unsele Maschine macht nul Kaffee odel Esplesso.“