Alles Gute


Geburtstage sind etwas Feines. Das weiß auch unser Hund, der heute 13 Jahre alt geworden ist. Er weiß zwar nicht, was Geburtstage sind, ahnt aber, dass es etwas Angenehmes sein muss. Denn immer, wenn ein Zweibeiner Geburtstag sagt, wird unser Vierbeiner gestreichelt und bekommt Leckerlies zugesteckt. Wenn ich das so sehe, möchte ich fast neidisch werden. Der Hund bekommt ja mehr Geschenke und Glückwünsche zum Geburtstag als ich (vor 14 Tagen). Vielleicht sollte ich mir auch mal ein weiches Fell zulegen. In diesem Falle wohl eher ein dickes.

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Kleider machen Leute


Neulich war, nach sehr langer Zeit, endlich wieder einmal Gelegenheit zum Ausgehen. Der Bachelor-Ball unseres Sohnes stand an. Und da stand natürlich die große Frage im Raum: „Was ziehe ich an?“ Schon Wochen vorher hatte ich mir Gedanken gemacht und Leute gefragt, die sich mit Mode auskennen. Einige sagten, langes Kleid ist angesagt, andere meinten, das „Kleine Schwarze“ passt immer.

Also machte ich mich auf die Suche nach dem perfekten Outfit. Leider ist das auf dem Land nicht immer so einfach. Es gibt zwar Boutiquen in der Kreisstadt, sogar eine große „Einkaufsstadt, die alles hat“ in der Nähe, aber nirgendwo ein passendes Kleid für mich. Entweder zu eng oder zu lang, oder einfach die falsche Farbe. Entweder hätte ich darin wie die Monroe oder wie Pippi Langstrumpf ausgesehen. Beides keine Option für mich.

Aber, wozu gibt es Internet? Nach ein paar Klicks hatte ich das vermeintlich passende Outfit gefunden und bestellt. Nachdem es mit Verzögerungen endlich geliefert wurde, entpuppte sich der der „festliche Rock für jede Gelegenheit“ als Minirock und der Blazer mit Schößchen machte mich optisch dicker, obwohl ich noch gut in Größe 38 passe. Nein danke, zurück damit.

Tja, was nun, nur noch zwei Tage bis zum Ball.  „Ach, was solls, Ziehe ich eben den festlichen Hosenanzug an, der schon seit drei Jahren  ungetragen sein Dasein im Schrank fristet. Kommt der wenigstens auch mal unter die Leute“

Endlich war der große Abend da. Feierlich in schwarzem Hosenanzug gewandet und meinen Männern nicht ganz unähnlich, warteten wir in einer langen Schlange auf Einlass in den Ballsaal. Ich hab mich heimlich umgeschaut und festgestellt, dass ich scheinbar die einzige Frau in Hosen war. Unangenehm. Zu meiner Erleichterung habe ich aber doch noch ein paar andere Exemplare meiner Gattung entdeckt.

Hätte ich allerdings gewusst, dass mein Aufzug zu Verwechslungen führen würde, hätte ich doch lieber den Minirock mit Schößchenblazer angezogen. Zu späterer Stunde wollte ich mich ein wenig in dem Veranstaltungszentrum umsehen und spazierte durch das Foyer, gerade zu der Zeit, als eine Konzertveranstaltung zu Ende war. Alle Besucher strömten dem Ausgang entgegen. Plötzlich sprach mich jemand an und fragte nach dem Weg zum Treppenhaus zur Tiefgarage. Und sah mich ganz befremdlich an, weil ich ihm den nicht zeigen konnte. War ja schließlich auch zum ersten Mal in dem Gebäude. Minuten später sprach mich eine fremde Frau an, die ein Problem mit dem Parkticket hatte, der Automat wollte ihren Fünfzig-Euro-Schein nicht annehmen. Verwirrung meinerseits. Bis ich sah, dass die weiblichen Mitarbeiter, die wohl für Service und Sicherheit zuständig sind, in schwarze Hosenanzüge gekleidet waren. Allerdings mit einem roten Halstuch versehen, was mir jedoch fehlte.

Anfangs habe ich mich ja ein wenig geärgert, das ich mit dem Personal verwechselt worden bin. Aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke: Oh Mann, wie hätte ich diese armen Leute doch wunderbar in die Irre führen können. Den Weg zur Treppe hätte ich sie über tausend Umwege laufen lassen können, und ich hätte behaupten können, dass der Parkautomat nur Sechzig-Euro-Scheine annimmt, die hier im Hause erworben werden müssen. Mist, wieso habe ich nicht früher daran gedacht?